Krypta in der Stiftskirche Quedlinburg

KÖNIGSORTE

Auf den Spuren Heinrichs I. in Sachsen-Anhalt und Niedersachsen


Korrespondenzort-Treffen am 12. September 2019 in der Welterbestadt Quedlinburg

Der Startschuss für das Korrespondenzortprojekt „Königsorte. Auf den Spuren Heinrichs I.“ ertönte am 12. September 2018 in Quedlinburg im Beisein des Oberbürgermeisters der Welterbestadt. Auf Einladung des Zentrums für Mittelalterausstellungen (ZMA) trafen sich zukünftige Partner und Vertreter des Kultusministeriums und der Tourismusverbände im Festsaal des Quedlinburger Rathauses zu einem ersten Ideenaustausch.

Im Jahr 2019 jährt sich zum 1.100 Mal die Erhebung Heinrichs I. zum König der Sachsen und Franken. Dieses Jubiläum nimmt die Welterbestadt Quedlinburg zum Anlass, eingebettet in ein Jubiläumsjahr, König Heinrich I. mit einer Sonderausstellung auf dem Schlossberg zu würdigen. Die Ausstellung wird in zwei Kapiteln durch eine enge Kooperation mit der Evangelischen Kirchenge- meinde im Schlossmuseum und in der Stiftskirche St. Servatius gezeigt.

Beide Ausstellungskapitel nehmen inhaltlich eng aufeinander Bezug: Die Ausstellung „919 – Plötzlich König – Heinrich I. in Quedlinburg“ im Schlossmuseum rückt die Person Heinrich I. und dessen Weg zur Königserhebung in den Fokus. Mit „Am Anfang war das Grab“ setzt die Evangelische Kirchengemeinde den Themenkreis um Heinrich I. mit dem Tod des Königs, seiner Grablege in der Krypta der Stiftskirche und dem nachfolgenden Gedenken im hochadligen Damenstift auf dem Schlossberg fort. Die Sonderausstellung ist in beiden Standorten zeitgleich vom 19. Mai 2019 bis zum 2. Februar 2020 zu sehen.

König Heinrich I. gehört zu den bedeutendsten historischen Persönlichkeiten der Landesgeschichte Sachsen-Anhalts. Durch die Wahl seiner Grabstätte in der Stiftskirche in Quedlinburg hat Heinrich I. einen besonderen Stellenwert für die Welterbestadt und die Harzregion. Mit ihm beginnt die Ära der ottonischen Herrscher, die in ununterbrochener Folge bis 1024 regierten und die Geschichte Deutschlands und Europas richtungsweisend beeinflussten. Die Bedeutung Heinrichs I. für die Geschichte des Landes Sachsen-Anhalt im Blick, konzipiert und koordiniert das ZMA zur Sonderausstellung auf dem Stiftsberg Quedlinburg das Korrespondenzortprojekt. Das ZMA
möchte durch die inhaltliche wie touristische Anbindung ausgewählter Orte in Quedlinburg, in
Sachsen-Anhalt und in Niedersachsen, die mit Heinrich I. in Verbindung stehen, den Besuchern der Sonderausstellung, aber auch Kulturreisenden ermöglichen, an authentischen Schauplätzen Wirken, Geschichte und Nachleben dieses bedeutenden Königs zu erleben.

Die Liste der Korrespondenzorte vereint etablierte kulturtouristische Reiseziele aber auch unbekanntere „Kleinode“ in Sachsen-Anhalt. Neben den Schauplätzen in Quedlinburg selbst, zu denen St. Wiperti, die Reste von St. Marien auf dem Münzenberg und das Quedlinburger Rathaus gehören, werden sich die Stiftskirche St. Cyriacus in Gernrode, der Dom und Domschatz Halberstadt, das Dommuseum Ottonianum Magdeburg, das Museum Kloster und Kaiserpfalz Memleben, das Freilichtmuseum Pfalz Tilleda, das Schloss Wallhausen und das Kloster Wendhusen bei Thale mit eigenen kleinen Projekten beteiligen. „Mit dem Stift Gandersheim und der Pfalz Werla möchte das ZMA zwei bedeutende Orte Heinrichs I. im benachbarten Niedersachsen in das Projekt einbinden“, erläutert Projektleiterin Uta Siebrecht vom ZMA.

Die Auswahl der Orte erfolgte auf Basis der Empfehlungen des Wissenschaftlichen Beirates nach thematischen Anknüpfungspunkten zur Sonderausstellung. „Die unterschiedlichen Korrespondenzorte – viele an der Straße der Romanik gelegen – sollen ebenso zu einer kulturhistorisch ansprechenden Reiseroute mit Quedlinburg und miteinander verbunden werden, um Besuchern wie Interessierten den Geschichtsraum Sachsen-Anhalt auf neue und gewinnbringende Weise zu erschließen“, betonte Dr. Gabriele Köster, Direktorin der Magdeburger Museen und Leiterin des ZMA.

Text: Uta Siebrecht, Bild: Sabine Bahß


Panoramablick auf die Welterbestadt Quedlinburg