Krypta in der Stiftskirche Quedlinburg

Sonderausstellung zum Leben und Werk Heinrichs I.


Ein großes historisches Ereignis von europäischem Rang, die 1 100. Wiederkehr der Erhebung des Sachsenherzogs Heinrich in den Königsstand, wird im Jahr 2019 auf dem Schlossberg in Quedlinburg mit der eindrucksvollen Sonderausstellung "Heinrich I. in Quedlinburg" in zwei Kapiteln erlebbar gemacht. Das erste Kapitel wird im Schlossmuseum zu sehen sein und trägt den Titel „919 – plötzlich König". Das zweite Kapitel „Am Anfang war das Grab" wird direkt gegenüber in der Stiftskirche St. Servatii zu sehen sein.

Wer ist dieser Heinrich, der im Jahr 919 plötzlich König wurde? Was macht diese Persönlichkeit auch heute noch so bedeutsam? Warum steht er in so enger Verbindung zu Quedlinburg?

Heinrich aus der Familie der Liudolfinger-Ottonen (um 876 – 936) ist der erste Sachse auf dem Königsthron. Er befriedet das ostfränkische Reich, steigt zum mächtigsten Herrscher im damaligen Europa auf und begründet eine neue Herrscherdynastie. Sein Sohn wird als Kaiser Otto der Große in die Geschichte eingehen.


919 – plötzlich König

Die Regierungszeit Heinrichs I. gehört zu den quellenärmsten des gesamten europäischen Mittelalters. Über seine Kindheit und Jugend wissen wir nichts. Und auch die Hintergründe seiner Königswahl stellen die ottonische Geschichtsforschung vor viele Rätsel.

Die Familie ist in der Region um Gandersheim im heutigen Niedersachsen ansässig und Heinrichs Großvater Graf Liudolf im damaligen Sachsen bereits ein wichtiger Mann. Doch für Heinrich ist keine führende Rolle in der Familie vorgesehen und seine spätere Königswürde bei der Geburt undenkbar. Zufälle, Glück und geschicktes Handeln befördern seine Karriere in einer Zeit, in der das ostfränkische Königshaus politisch geschwächt ist und ungarische Reiternomaden die Menschen mit roher Gewalt in Angst und Schrecken versetzen.

Am Ende seines Lebens steht König Heinrich I. auf dem Höhepunkt seiner Macht. Was ist in der Zwischenzeit passiert? Weshalb wird nach Jahrzehnten karolingischer Herrschaft erstmals ein Sachse König im ostfränkischen Reich? Wie sieht Heinrichs politisches Erfolgsrezept aus? Und warum wählt er Quedlinburg als Ort seiner letzten Ruhestätte?

Heinrichs Herrschaft bildet ein Fundament für das Heilige Römische Reich, das bis ins Jahr 1806 bestehen wird. Die Ausstellungsräume im Schlossmuseum widmen sich dem Leben und Wirken der bedeutenden Herrscherpersönlichkeit, um die sich viele Mythen und Legenden ranken.


Am Anfang war das Grab

An keinem anderen Ort hält sich König Heinrich I. öfter auf als in der villa Quitilingaburg. Hier feiert die ottonische Königsfamilie über Jahrzehnte ihr Osterfest. Mit Heinrichs Tod gründet sein Sohn, der spätere Kaiser Otto I., auf dem Quedlinburger Stiftsberg ein vornehmes Damenstift. Es wird von der Königswitwe Mathilde geführt, soll bis in alle Ewigkeit im Gebetsgedenken an Heinrich erinnern und ihm so einen Platz im Jenseits sichern. Als bedeutender Teil des politischen Machtapparates der ottonischen Herrscherfamilie wird das Stift reich mit Privilegien, Besitzungen und Reliquien ausgestattet und bildet schon bald die wirtschaftliche Keimzelle der mittelalterlichen Stadt.

Nur selten können Ausstellungen am authentischen Ort der Geschichte stattfinden. Die Ausstellung am Grab des Königs geht den Fragen nach: Wie wird der Gedenkort für Heinrich I. ausgestattet? Wie entwickelt sich das Quedlinburger Damenstift in den folgenden Jahrhunderten und welche Bedeutung hat König Heinrich I. für den Besucher ganz aktuell?

Die Stiftskirche St. Servatii ist bis heute ein liturgischer Ort für Gottesdienst und stilles Gebet und lockt gleichzeitig mit ihrem einmaligen und wertvollen mittelalterlichen Stiftsschatz jedes Jahr 100.000 Besucher an.

Zu sehen in der Stiftskirche St. Servatii: Fragment des ältesten erhaltenen Knüpfteppichs nördlich der Alpen (um 1200).
Zu sehen in der Stiftskirche St. Servatii: Fragment des ältesten erhaltenen Knüpfteppichs nördlich der Alpen (um 1200).
Offizielles Plakat zur Sonderausstellung "Heinrich I. in Quedlinburg"
Offizielles Plakat zur Sonderausstellung "Heinrich I. in Quedlinburg"

Die Sonderausstellung empfängt interessierte Gäste ab Sonntag, dem 19. Mai 2019, 16.00 Uhr und kann bis 2. Februar 2020 besichtigt werden.

Der Schutz und der Erhalt des Welterbes auf dem Schlossberg erfordern ständige Sicherungs- und Sanierungsarbeiten. Pflege und Erhalt sind eine ständige Aufgabe. Hier bauen wir für Sie.


Mit freundlicher Unterstützung

Ostdeutsche Sparkassenstiftung gemeinsam mit der Harzsparkasse mit Hilfe des PS-Lotterie-Sparens
Ostdeutsche Sparkassenstiftung gemeinsam mit der Harzsparkasse mit Hilfe des PS-Lotterie-Sparens

Panoramablick auf die Welterbestadt Quedlinburg