Panoramablick auf die Welterbestadt Quedlinburg

Zur richtigen Zeit am richtigen Ort: Warum der Tod von Heinrich I. einen Sinn hatte

03. Jun 2019

Zur richtigen Zeit am richtigen Ort: Warum der Tod von Heinrich I. einen Sinn hatte

Wir kennen es aus unserem eigenen Leben: Entscheidungen ziehen Ereignisse nach sich, Ereignisse Entscheidungen und am Ende hätte alles auch ganz anders laufen können, wenn nicht...

Wagen wir ein Gedankenexperiment! Wenn Heinrich nicht in Quedlinburg bestattet worden wäre, hätte es die Stiftskirche nicht gegeben, hätte die Stadt Quedlinburg über die Herrschaftszeit von Heinrich hinaus niemals eine solche Bedeutung erlangt. Sie würde heute nicht zum Welterbe zählen und wir würden in diesem Jahr keine Jubiläen feiern. Also am Anfang war das Grab? So lautet der Titel der aktuellen Sonderausstellung in der Stiftskirche und er macht deutlich, wie wichtig die Bestattung Heinrichs in und somit für Quedlinburg war. Sein Grab, und später auch das seiner Gemahlin, zog tausende Pilger an, die an dieser Stelle für sie beteten und an ihrer gedachten. Pilger brachten gleichzeitig Geld in die Stadt und kurbelten dadurch die dortige Wirtschaft an. Quedlinburg wuchs und stand mehr und mehr in voller Blüte. (Das ist sogar auch im übertragenen Sinne wahr, denn nachdem das Damenstift – gegründet von Heinrichs Frau Mathilde – geschlossen wurde, betrieben die Gärtner des Stifts eigene Landwirtschaft und züchteten Saatgut, Kräuter und Nutzpflanzen. Später wurde die Stadt für ihr Saatgut weltweit bekannt.) Und so reiht sich ein Ereignis an das andere wie die einzelnen Glieder einer Kette, die nur zusammen ein hübsches Ganzes – und vielleicht auch einen Sinn ergeben.