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Panoramablick auf die Welterbestadt Quedlinburg

Neues Glanzstück in der Sonderausstellung „Heinrich I. in Quedlinburg“

14. Okt 2019

Die Kuratorin der Königlichen Bibliothek Brüssel, Frau Roos Depla, wirft einen letzten Blick auf die Kostbarkeit aus ihrem Haus, bevor die Klimavitrine geschlossen wird.
Die Kuratorin der Königlichen Bibliothek Brüssel, Frau Roos Depla, wirft einen letzten Blick auf die Kostbarkeit aus ihrem Haus, bevor die Klimavitrine geschlossen wird.

Kostbare Handschrift aus Brüssel eingetroffen.

Unter hohen Sicherheitsauflagen kam am 7. Oktober das letzte und zugleich am weitesten angereiste Wechselobjekt der Sonderausstellung über Heinrich I. im Schlossmuseum der Welterbestadt an, die Annales Sancti Pantaleonis Coloniensis. Die mit Herrscherbildern und genealogischen Stammbäumen reich illustrierte Pergamenthandschrift aus der Königlichen Bibliothek in Brüssel enthält eine Chronik von der Erschaffung der Welt bis zum Jahr 1237 mit einer Fortsetzung bis 1249. Heute in Brüssel aufbewahrt, entstand die Chronik im Kloster St. Pantaleon in Köln und gehörte einst dem Aachener Marienstift. Deren Bedeutung als Krönungskirche der deutschen Könige erklärt die Illustration der Chronik mit Genealogien der Karolinger, Ottonen, Salier und Staufer.

Ausgestellt wird die Seite 43 r. Auf ihr ist einer der sehr seltenen mittelalterlichen Stammbäume der Liudolfinger/ Ottonen zu sehen. In kleinen farbigen Medaillons sind, mit Graf Liudolf oben beginnend, Familienmitglieder aus neun Generationen abgebildet. In der 3. Reihe von oben sind Heinrich I. und Mathilde als Paar besonders groß und mit einem Text versehen hervorgehoben. Unter Heinrich I. folgt sein Sohn, Kaiser Otto der Große. Rechts über Heinrich I. ist seine Tante Liutgard als Königin der Karolinger zu sehen.

Wer die großartige Handschrift sehen möchte, hat dazu bis zum 20. Dezember noch Gelegenheit. Danach reist die Kostbarkeit wieder zurück nach Brüssel. Die Sonderausstellung über Heinrich I. ist mit ihren beiden Ausstellungsteilen im Schlossmuseum und in der Stiftskirche noch bis zum 2. Februar 2020 zu erleben.