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Panoramablick auf die Welterbestadt Quedlinburg

Mit Köpfchen zum starken König

14. Jun 2019

Mit Köpfchen zum starken König

Anfang des 10. Jahrhunderts wurden viele Konflikte mit Waffengewalt gelöst. Macht hatte der Stärkere und Stärke zeigte man, indem man Kriege gewann. Heinrich verfolgte jedoch ein anderes Konzept.

Getreu nach dem Motto „Der Klügere gibt nach“ gelang es ihm, durch Kommunikation so mancher Auseinandersetzung aus dem Weg zu gehen. Dazu muss man wissen, dass es Heinrich als König zu Beginn seiner Amtszeit nicht gerade leicht hatte. Ihm wurde ein schwaches Reich überlassen, in dem die einzelnen Herzöge alle ihr eigenes Süppchen kochten. Sein Ansehen als König war ebenso gering wie das Zusammengehörigkeitsgefühl im Reich. Auf welch wackeligen Beinen seine Herrschaft wirklich stand, zeigt auch der Umstand, dass ihn nur die Herzogtümer Sachsen und Franken als König anerkannt hatten. Bayern und Schwaben hingegen verweigerten ihren Zuspruch. Was war also zu tun? Sei reizend zu deinen Feinden und mache sie zu deinem Freund! Heinrich zeigte hier sein ganzes Können als Chefdiplomat: Er verhandelte geschickt, besetzte Ämter schlau und strategisch, schloss kluge Bündnisse und gewährte den Herzögen in ihrem Handeln weitgehende Autonomie. Und siehe da – langfristig war das genau der richtige Weg. Seine Herrschaft stabilisierte sich und das Reich wuchs mehr und mehr zusammen. Heinrich schaffte damit die Voraussetzungen, dass sich später ein Deutsches Reich des Mittelalters entwickeln konnte. Und die Moral von der Geschicht'?

Ohne Kompromisse geht es nicht....