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Panoramablick auf die Welterbestadt Quedlinburg

(K)eine saubere Sache

15. Okt 2019

(K)eine saubere Sache

Die engen, verwinkelten Gassen Quedlinburgs erhalten ihren authentischen Charme auch durch das Kopfsteinpflaster, welches uns auf Schritt und Tritt begleitet.

Solch ein komfortabler, sauberer Untergrund war zu Zeiten Heinrich I. allenfalls großen Hauptstraßen vorbehalten. So brauchen wir nicht viel Fantasie, um uns vorzustellen, wie Kutschen, Tiere und Anwohner den nicht immer trockenen Boden passierten. Bei Regen verwandelten sich die Straßen beinahe in einen Sumpf. Alles, was an Unrat, Müll und Fäkalien anfiel, wurde einfach auf der Straße entsorgt. Der Gestank war entsetzlich. Erst im Spätmittelalter verfügten immer mehr Städte über Wasserleitungssysteme, an die dann auch einzelne Häuser angeschlossen wurden. Die Pflasterung der Straßen war dann schließlich nicht nur eine ästhetische, sondern allen voran eine hygienische Maßnahme. Wenn ihr also den nächsten Mittelalter-Film anschaut, achtet auf die Kleidung der Dorfbevölkerung: Ohne fließendes Warmwasser konnten die Gewänder eigentlich nie sauber sein – auch nicht fürs Fernsehen.