Panoramablick auf die Welterbestadt Quedlinburg

Heinrichs heimliche Herrscherin

03. Jul 2019

Heinrichs heimliche Herrscherin

„Hinter jedem erfolgreichen Mann steckt eine starke Frau“.... So lautet ein bekannter Ausspruch, der heute noch immer gern zitiert wird.

Dass die Macht der Frauen jedoch bereits zu Zeiten von Heinrich I. – also Anfang des 10. Jahrhunderts – nicht zu unterschätzen war, überrascht dann aber doch. Heinrichs Frau Mathilde besaß eine Fähigkeit, auf die Heinrich als König zwingend angewiesen war. Nein, es war nicht das Kochen! Im Gegensatz zu ihrem Gemahl konnte Mathilde lesen und schreiben! Schriftsprache war damals Latein und dieses wurde in der Regel nur von Geistlichen beherrscht wie auch gelehrt. Schon in sehr jungen Jahren schickte man Mädchen aus adeligem Hause zur Ausbildung und Erziehung ins Kloster oder in ein Stift. Dort lernten sie die Sprache und machten sich als zukünftige Frau eines Herzogs oder Königs unbewusst unentbehrlich. Heinrich war also Zeit seines Lebens auf eine Vertrauensperson, in seinem Fall seine Frau Mathilde, angewiesen. Sie las ihm Urkunden, Verträge oder Dokumente vor, die er als König zu unterzeichnen hatte. Natürlich lautet die logische Schlussfolgerung jetzt: Mathilde hätte ihm ja auch etwas ganz anderes vorlesen können als das, was da geschrieben stand. Aber manchmal genügt es, von seiner Überlegenheit nur zu wissen…