Panoramablick auf die Welterbestadt Quedlinburg

Sonderausstellung zeigt erstmals Quedlinburgs Geburtsurkunde

17. Dez 2018

Sonderausstellung zeigt erstmals Quedlinburgs Geburtsurkunde

Christian Müller, Sammlungsleiter der Städtischen Museen präsentierte, am Montag, dem 17. Dezember 2018, das erste Exponat für die Sonderausstellung „Heinrich I. in Quedlinburg“.

Es ist das Faksimile der am 22. April 922 von Heinrich I. unterzeichneten Urkunde. Diese königliche Urkunde nennt als Ausstellungsort des Diploms die „villa quitilingaburg“, den „Königshof Quedlinburg“ und gilt somit als erste urkundliche Erwähnung unserer Welterbestadt. Sie ist die älteste erhaltene Urkunde für einen ehemaligen königlichen Herrschersitz auf dem Gebiet des heutigen Sachsen-Anhalts und darüber hinaus für das einstige Herzogtum Sachsen (Gebiet zwischen Rhein und Saale). Die Königsurkunde sicherte dem Kloster Corvey Rechtsansprüche und Privilegien, ist in Latein abgefasst und in Quedlinburg unterzeichnet worden.

Die überaus wertvolle Originalurkunde wird im Nordrhein-Westfälischen Staatsarchiv Münster aufbewahrt und nur sehr selten und unter hohen Auflagen entliehen. Sie wird zur Eröffnung der Sonderausstellung am 19. Mai 2019 erstmals für etwa sechs Wochen in Quedlinburg zu sehen sein. Anschließend wird das wertvolle Faksimile gezeigt. Die originalgetreue Nachbildung dieser Urkunde wurde sehr aufwendig gearbeitet. Ein gutes Faksimile ist von der Originalurkunde optisch nicht zu unterscheiden und gleicht dieser in Erhaltungszustand, Farbe sowie Größe, wobei darüber hinaus Alterungserscheinungen oder auch Gebrauchsspuren berücksichtigt wurden. Hauptkennzeichen für die Echtheit der Urkunde ist das Wachssiegel mit dem Konterfei des Königs. Seine Nachbildung wurde durch ein spezielles Verfahren mittels eines freischwebenden Scanners möglich.

Die Zeit Heinrichs I. gehört zu den quellenärmsten im gesamten europäischen Mittelalter. Gleiches gilt für die Zahl der überlieferten Exponate. Daher sind die Ausstellungsmacher gehalten, nach der begrenzten Präsentation der originalen Urkunde die originalgetreue Nachbildung zu verwenden und mit neuen Ausstellungstechniken und modernen Medien zu arbeiten, um ein zeitgemäßes Ausstellungserlebnis zu schaffen.