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Panoramablick auf die Welterbestadt Quedlinburg

Friede, Freude, Hundekuchen

28. Jun 2019

Friede, Freude, Hundekuchen

Zu einer der größten Pflichten des Königtums zählte es, den Frieden im Reich nach außen zu wahren. Das gelang Heinrichs Vorgängern nicht sehr gut und das Reich wurde immer wieder überfallen.

Das Schreckensbild dieser Zeit waren die Ungarn. Sie plünderten Kirchen, raubten Gold und andere Schätze und hinterließen ein Feld der Verwüstung. Aber was machte sie so furchteinflößend? Zum einen waren sie im Besitz von kleinen, wendigen Pferden und beherrschten diese per excellence. Außerdem hatten sie sehr feste und flexible Bögen. Die Waffen in Kombination mit den Pferden machten sie zu perfekten, beinahe unbezwingbaren Reiterkriegern. Die große Herausforderung Heinrichs war es nun also, die immer währende außenpolitische Bedrohung abzuwenden. Wie schaffte er es dennoch? Durch einen glücklichen Umstand gelang es ihm, den Sohn eines ungarischen Anführers gefangen zu nehmen. Die Ungarn waren gezwungen mit Heinrich zu verhandeln. Der Deal lautete: „Wir garantieren dir einen 9-jährigen Waffenstillstand unter der Bedingung, dass du unseren Mann frei lässt und uns jährlich einen Betrag X zahlst.“ Man sieht, wer hier das Sagen hatte... Aber Heinrich willigte ein und nutzte die Zeit des Friedens, um Teile seines Adels gleichwohl in der berittenen Kampftechnik ausbilden zu lassen. Bei einigen kleineren Kämpfen im Reich konnte die Truppe ihr neu erworbenes Können austesten und war dann bereit für die Ungarn.
Noch vor Ablauf des vereinbarten Waffenstillstands stellte Heinrich I. die jährlichen Zahlungen ein. Was passierte? Fest stand, die Ungarn würden angreifen, aber wo und wann? Hier bedient sich die Geschichte einer Anekdote, die vielleicht nicht zu einhundert Prozent belegt ist, die jedoch plausibel klingt und sich gut erzählen lässt. Um den Angriff der Ungarn zu planen, lockte er sie in einen Hinterhalt: Er ließ über einen Boten eine Kiste schicken. Diese enthielt aber nicht die jährlichen Tributzahlungen, sondern einen toten, übel riechenden Hund. Diese Provokation konnten die Ungarn natürlich nicht akzeptieren und fielen wenig später bei Riade, das Gebiet, von dem aus auch der Bote kam, in das Reich ein. Die neu ausgebildeten Reitertruppen Heinrichs warteten dort und bezwangen die Unbezwingbaren.