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Panoramablick auf die Welterbestadt Quedlinburg

Bis dass der Tod euch scheidet ... oder doch schon früher?

26. Jun 2019

Bis dass der Tod euch scheidet ... oder doch schon früher?

Also ich will es mal so sagen: Dieser Heinrich I. war ein ausgekochtes Schlitzohr. Vielleicht macht gerade das ihn so sympathisch?

Seine erste Frau, die Hatheburg aus Merseburg, muss eine gute Partie gewesen sein, denn Heinrich wollte sie unbedingt heiraten, obwohl sie eigentlich als Witwe im Kloster lebte. Wir wissen alle – Kloster und Heiraten – das ist laut Hausordnung nicht gestattet. Heinrich widersetzte sich aber dieser Regel. Und so schenkte ihm seine entzückende Frau nicht nur seinen ersten Sohn Thankmar, sondern auch noch einige nicht unbedeutende Ländereien in der Gegend um Merseburg, die die gut betuchte Hatheburg „zufällig“ mit im Gepäck hatte. Ein Schelm ist, wer Böses dabei
denkt...
Circa 2 Jahre später verdrehte Mathilde ihm den Kopf. War sie etwa jünger, reicher und schöner? Fest steht, dass sie zumindest ebenfalls große Gebiete in der Gegend um Engern in Westfalen besaß, so dass Heinrich sein Reich mit ihren Besitzungen strategisch klug erweitern konnte. Aber was macht man nun mit seiner eigentlichen Ehefrau? Man setzt die Regel, die man umgangen hatte, einfach wieder in Kraft und erklärte die Heirat selbst für nicht rechtens. Und so geschah es, dass Hatheburg von Heinrich zurück ins Kloster geschickt wurde, Heinrich seine Mathilde heiratete und obendrauf noch sein Reich nach Osten hin ausdehnen konnte. Köpfchen muss man haben...